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Werner Thiel: Schwert aus Pergament

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Informationen zum Buch:
Münsterländer legt Roman zu
"1.200 Jahre Liudger" vor

Mönche Mammon Machtkampf

Drei Ausstellungen, ganze Vortagsreihen und viele weitere Veranstaltungen feiern in diesem Jahr den 1.200.Jahrestag der Weihe des friesischen Mönch Liudger zum Bischof.

In diese Jubelatmosphäre hinein kommt jetzt ein Roman, welcher mit dieser schönn Geschichte gewaltig aufräumt.
Liudger wird zu einem Opfer und Mittel der politischen Auseinandersetzungen des Hochmittelalters. Nicht mehr die Rettung von Seelen steht hier im Vordergrund, sondern der Kampf um Rechte und pfründe, um Grund und Boden, um Steuern und Abgaben.

Vor dem Hintergrund von Auseinandersetzungen zwischen Fürstbischöfen und Adeligen im Münsterland des 13. Jahrhunderts siedelt der Autro Werner Thiel seine Geschichte an.

Es ist schon schwerer Tobak, der insbesondere dem münsteraner Leser in diesem eher locker geschriebenen Roman angeboten wird. Schon der Titel weist auf den provokanten Inhalt des Werkes hin: "Schwert aus Pergament".

Dabei beginnt die Geschichte ganz unverdächtig mit einem Buch, das einem Reisenden auf der Rheinischen Landstraße an der Aa bei Greven verloren geht. Aber wir schreiben das Jahr 1275 und Bücher sind ein wertvoller Besitz. Dieses verlorene Buch findet ein Junge mit dem unverdächtigen Namen Walter. Da Walter den Inhalt des Buches erfahren möchte, wendet er sich an den Pfarrer. Dieser überzeugt ihn, bei ihm diese Kunst zu erlernen, damit er das Buch selber lesen kann. Von hieraus ist der Weg nicht mehr weit, zu einem Kloster in Münster, in das der Junge Walter auf Vermittlung des Geistlichen aufgenommen wird. Soweit, so unverdächtig.

Anhand dieser  Rahmengeschichte, beschreibt der Autor, wie die Historie Münsters in seinen Anfängen von Mönchen im 13. Jahrhundert für die eigenen Zwecke eine umfangreiche Ergänzt erfährt.

Dazu treten im Roman eine Reihe von Mönche an um in langen Beratungen, die von Bischof und Domkapitel begleitet werden, den Heiligen Liudger und seine Taten mit viel Phantasie entstehen zu lassen. Hierbei nehmen diese schon vorliegende Schriftwerke wie das Jahrbuch Einhards über Karl den Großen als Grundlage und bauen mit den darin zu findenden Daten Liudger und seine Taten auf.

Geschrieben wurde dieser Roman von dem Politikwissenschaftler Werner Thiel, der selber in den 80er Jahren an der WWU in Münster studierte und dabei auch Münster kennen lernte.

Mit diesem Roman knüpft Thiel an einen Text in der April-Ausgabe vom "Semesterspiegel" des WWU-ASTA an. Darin hatte er sich schon durch die Zusammenstellung von Zitaten kritisch mit den Ergebnissen der archäologischen Grabungen in Münster auseinander gesetzt. Dieser, unter dem Titel "Schliemanns Fluch" abgedruckte Text, ist dem Roman als Anlage beigegeben.

Das Buch mit dem Titel "Schwert auf Pergament", ist im Mantis-Verlag unter den Bestellnummer ISBN 3-928852-30-2 herausgekommen und kann in jeder Buchhandlung zum Preis von 7,90 Euro erworben oder bestellt werden.

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Antworten auf Fragen zum Roman

"Schwert aus Pergamen" 

 
"Sehr geehrter Herr Thiel, in Ihrem Roman "Schwert aus Pergament" legen Sie nicht nur bei der Geschichte Grevens sondern auch zu der Münsters und dem Bistum Münster eine lockere Feder an den Tag. Warum beachten Sie in ihrem Roman nicht die Darstellungen der Historiker und Archäologen, wie sie derzeit in der großen Ausstellung " 805 – Liudger wird Bischof" zu sehen sind?"

WT: "Bei der Gründungsgeschichte des Bistums Münster ist das so eine Sache. Ich habe sehr genau die Artikel über die archäologischen Grabungen in Münster gelesen. Das gleiche gilt auch für den Katalog zur Ausstellung "805 - Liudger wird Bischof". Eins kann bei kritischer Betrachtung dieser Schriften sagen: archäologische Belege für Liudger auf dem Domhügel in Münster sind sehr rar bis nicht vorhanden. Einer der Archäologen hat sogar festgestellt, das es für das Jahre 793 keine Belege gibt. Dies ist meine Basis, mein Ausgangspunkt, für die Entwicklung der Geschichte in meinem Roman."
"Sie schreiben in Ihrer Geschichte, das Mönche, das Domkapitel und sogar der Bischof die Geschichte vom Heiligen Liudger erfunden und zusammengeschrieben hätten. Was hat sie zu solch einer wilden Geschichte angestachelt? Einer Geschichte die für viel unglaubwürdig ist?"

WT: "Ganz so pathetisch oder verschwörungstheoretisch ist die ganze Sache nicht und will sie auch nicht machen. Ich verfolge seit Jahren die Berichterstattung zu den Ausgrabungen in Münster. Dieses tue ich auch im Rahmen meiner Möglichkeiten auch in anderen Städten. Mir fällt dabei auf, daß in vielen Fällen die Archäologie große Probleme hat, historische Ereignisse aus Liudgers Zeit durch Funde zu belegen. Hinzu kommen Berichte und Bücher in denen über Fälscherwerkstätten in Klöstern und Kirchen des Mittelalters berichtet wird. Selbst in volkswissenschaftlichen Sendungen wie z.Bsp. im ZDF wird dies dargestellt. Wenn man hier nüchtern 1 + 1 zusammen zählt, dann entsteht ein Bild, welches ich in meiner Geschichte als Roman einmal ausführlich schildere."

"Liudger, erfunden in einer Schreibstube in Münster? Wer soll das glauben?"

WT: "Glaube ist ein guter Stichwort. Was ist ein Glaube wert, wenn er auf Unwahrheiten und Fälschungen aufgebaut ist. Der Ursprung der katholischen Kirchenstaates, die sogenannte "Konstantinische Schenkung", ist längst als Fälschung späterer Jahrhunderte entlarvt worden. Die Wissenschaften schreiten voran und entschlüsseln immer weitere Bereiche der menschlichen Geschichte. Da ich selbst Katholik bin, sehe ich auch hier eine Gefahr für die Glaubwürdigkeit der Kirche in Mitteleuropa. In einer aufgeklärten Gesellschaft ist ein Festhalten an zweifelhaften mittelalterlichen Ereignissen auf die Dauer kontraproduktiv."

"Aber trotzdem und noch mal nachgefragt: Liudger erfunden durch Mönche? Muss man da nicht eher an Ihnen und ihrem Roman zweifeln?"

WT: "Was sagen die Archäologen, die sich in Münsters Untergrund hinein gegraben haben? Das Jahr 793, im dem Liudger ein Kloster oder etwas ähnliches auf dem Domhügel errichtet haben soll, könne gestrichen werden. Die Feier von 1993 war ein Luftnummer, ohne wissenschaftliche Basis. Die archäologisch ergrabenen Sicherungsmaßnahmen auf dem Domhügel, Erde-Holz-Mauern und Gräben, sind alle Jahrzehnte jünger, offiziell auf das Ende des 9. Jahrhundert datiert. Der gesammelte Zweifel an dieser Liudger-Geschichte bei den Wissenschaftler kann man den Erklärungsversuchen der letzten Monate und auch dem Ausstellungskatalog entnehmen."

"Was meinen sie Konkret? Wo sehen oder besser lesen Sie denn diese Zweifel?"

WT: "Das hier zu erläutern, wäre wohl zu lange dauern. Deshalb habe ich eine Zitatensammlung zu den einzelnen Grabungsstellen in Münster in den Anhang des Romans gestellt. Aber der Hinweis das Liudger sein Kloster in einen Sumpf oder starkes Feuchtgebiet gesetzt haben soll, sagt schon viel. Er bricht fränkische Gesetze, kein Bistumssitz ohne bewohnten Ort, nimmt die schlechteste Stelle die er finden kann und sorgt nicht mal für eine Sicherung des Wohnplatzes gegen heidnische Sachsen. Was für ein Trottel soll dieser hochgebildete Liudger denn gewesen sein?"

"Und nur deswegen sehen Sie in der Vita des Liudger eine erfundene Geschichte? Ist das nicht etwas sehr weit hergeholt?"
WT: "Das Leben von Liudger wurde zu einem Zeitpunkt geschrieben, zu dem auf dem Domhügel nichts mehr an die Situation vor der Besiedlung hindeutete. Als diese Situation auf dem Domhügel seit Menschengedenken so war. Man, das heißt die Schreiber, es sich nicht vorstellen konnten, wie es zuvor gewesen ist."

"Glauben Sie denn, das viele Münsteraner solch eine Geschichte um die Erfindung eines Heiligen lesen wollen? Die meisten Münsteraner sind doch sehr zufrieden mit ihrem Heiligen Liudger. Die wollen doch so etwas nicht."
WT: "Natürlich ist es nicht sehr angenehm, zumal im Jahr der großen Feiern zum 1.200-jährigen Jubiläum. Aber ähnlich wäre es auch dem Wissenschaftler 1993 ergangen, wenn er damals gesagt hätte, diese Feier hat keine historische Basis."
"Wollen Sie dem Bischof einige Vorgänger nehmen?"

WT: "Von wollen kann hier keine Rede sein. Wie schon gesagt, habe ich kritisch die Aussagen der Wissenschaftler zu den Ausgrabungen in Münster gelesen und daraus meine Schlüsse gezogen. Hieraus habe ich meine Grundlagen für den Roman entwickelt. Ich denke, das Bischof Lettmann nicht der 75. sondern, vielleicht der 65. Bischof des Bistums Münster ist. Auch eine schöne Anzahl an Vorgängern, auch wenn einige wohl besser gestrichen werden sollten.

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Vier Augen

Auszug aus dem Roman von Werner Thiel

Everhard von Diest, Bischof von Münster, sitzt zufrieden am Tisch und döst vor sich hin. Er hat sein Mittagsmahl eingenommen und genießt jetzt die ruhige Zeit nach dem Essen. Er hat sich jede Unterbrechung verbeten. Seine dienstbaren Geister und die Wache vor seinem Dienstsitz wissen bescheid und werden niemanden zu ihm vor lassen.

Mit einem Weinkelch spielend denkt er über seine bisherige Zeit als Bischof von Münster nach. Mit dem Schlendrian seiner Vorgänger hat er in der kurzen Zeit seit seiner Wahl gehörig aufgeräumt. Nachdem er sich mit den Mitgliedern des Domkapitels geeinigt hatte, wählten sie ihn bereitwillig in dieses Amt. Es gab ja auch nicht viel zu vereinbaren. Große Spielräume hatten weder er noch das Domkapitel.

Mit dem Bau ihrer Burgen war die Macht von Bischof und Domkapitel durch die Adeligen rund um Münster stark eingeschränkt. Die Burgherren nahmen sich immer mehr Rechte heraus und fühlten sich als gleichwertige Herren gegenüber den Kirchenvertretern. Deshalb war den Geistlichen im Domkapitel recht schnell klar, dass ein weiterer schwacher Bischof für sie selbst eine schlechte Entscheidung wäre. Jeder hatte seine Höfe, Länderein und Zollrechte, die ihm von einem Adeligen streitig gemacht wurden. Vor einem weiteren Verlust ihrer Besitztitel war die Angst jetzt größer, als vor einem starken Bischof, der ihnen ihre Rechte einschränken könnte.

Mit verbissenem Blick und der Faust unter dem Talar wählten sie ihn im Sommer 1275 in das Bischofsamt. Und sie taten gut an dieser Wahl. Unverzüglich nach seiner Wahl machte er sich daran die Burgen rund um Münster zu zerstören.

Er besorgte sich Söldner von überall her. Kirchliche Brüder im Bischofsamt entliehen gerne von den eigenen Truppen Männer an ihn. Sie wussten, dass ein Durchgreifen im Bistum Münster auch in ihrem Machtbereich für Ruhe sorgt.

Noch im Sommer waren die ersten Burgen an der Reihe. Die kleinen Adeligen, ob es der dicke Siegbert von Nordkirchen, der kluge aber sehr abgehobene Aloisius von Cappenberg, der knorrige Dietger von Schappdetten oder der großmäulige Engelbert von Alverskirchen war, sie mussten sich alle der bischöflichen Militärmacht geschlagen geben. Jeder dachte zuerst an seine eigenen Interessen und deshalb kam es nicht zu einem gemeinsamen Auftreten gegen ihn.

Nur bei zwei adeligen Aufrührern war er noch nicht zum Zuge gekommen. Das verdunkelte jedoch seine strahlenden Erfolge gegen die Landadeligen nur wenig. Die Siege über Dietrich von Schönbeck, den Schoeneflieth, und den Freigraf von Nienborg mussten noch warten, bis der Winter das Land aus seinem festen Griff nimmt.

Aber das neue Jahr und der nächste Sommer kommen bestimmt. Wenn der Winter vergangen und die Zeit reif für einen Feldzug ist, dann wird er wieder das Kettenhemd unter seine Bischofsrobe ziehen und dem Feind zeigen, wer die Macht im Bistum Münster vertritt.

Zu Dumm nur, dass sein Angriff auf die Burg vor Greven so übel schief gelaufen ist. Zuvor war er der unbesiegte Landesherr, nach der Niederlage, sahen einzelne Adelige einen Sonnenstrahl für ihre Belange. Wie er wusste, waren Boten zwischen den Adeligen unterwegs, um endlich gemeinsame Maßnahmen gegen ihn zu beraten. Deshalb musste er früh im Jahr dem Grevener die Leviten lesen und seine schöne Burg an der Emsfurt zerstören.

Aus diesen Träumereien über seine Erfolge weckte ihn das Öffnen der Tür zu seinem Esszimmer. Leise meldet sich sein Kammerdiener, der Einzige dem er diese Übertretung seiner Befehle durchlässt.

"Ehrwürdigster Herr Bischof, ...", sagt der Diener.

"Ja, was ist denn? Sag, was willst Du, Pippin?", erwidert Von Diest.

"Der Herr Abt vom Kloster, Ihr habt ihn zu Euch bestellt, er wartet vor der Tür", informiert ihn sein Diener.
"Ja, schön, lasst den Bruder Augustinus nicht warten, herein mit ihm!", ruft der Bischof.
Dann räumt er seine Essensreste zusammen und türmt Teller, Geschirr und Besteck in eine Tischecke. Mit einem Lappen stäubt er Fleisch-, Brot- und Beilagenkrümel vom Tisch, stellt einen weiteren silbernen Trinkpokal für den Abt auf die Tischplatte und füllt ihn mit Wein.

"Lieber Bruder Augustinus, gelobt sei Jesus Christus", grüßt der Bischof seinen Besucher.
"Ja, ja, ... in Ewigkeit, Amen. Mein werter Bischof Everhard, warum hast Du mich so dringlich zu Dir bestellt? Ich konnte nicht mein Mittagsmahl in der nötigen Ruhe einnehmen", zeigt Abt Augustinus-Nicolaus seine Unzufriedenheit über die kurzfristige Einladung.

"Lieber Bruder Abt, Ihr wisst, das ich kein Freund langer Wartezeiten bin, wenn es um die liebe Mutter Kirche und ihre Bedürfnisse geht", sagt Bischof von Diest und hält dem Abt seine rechte Hand mit dem Siegelring entgegen.
Der Abt deutet einen Kniefall an und senkt sein Haupt in Richtung des Ringes. Sein Gesichtsausdruck zeigt dem Bischof deutlich, das er diese Geste der Unterwürfigkeit nicht mag.

"Lieber Abt, setzt Euch und trinkt mit mir einen guten Tropfen. Ein feiner Wein vom Rhein, ja mein lieber Freund, der Bischof von Köln denkt an mich und hat mir davon drei Fässer zukommen lassen. Also genießt den Tropfen."
"Oh, ja, das ist ein wahrlich guter Wein, gut genug für Gottes ersten Diener auf Erden", bedankt sich der Abt und genießt den Wein. "Und solch einen Tropfen nehmt Ihr für die Heilige Messe?"

"Wo denkt Ihr hin. Für die Messe habe ich einen Wein, der gut genug für die Herren vom Domkapitel ist. Diesen Wein nehme ich nur zu besonderen Gelegenheiten, wie ihren Besuch."

Der Abt ist wenig überzeugt von dieser Anspielung auf seine Bedeutung. Er hat seinen eigenen Weinkeller im Kloster und weiß um so manchen feinen Tropfen darin.

Beide Herren kosten nochmals den Wein und gehen dabei den eigenen Gedanken nach. Dann kommt der Bischof zum eigentlichen Thema für dieses Treffen.

"Lieber Abt, wie ihr wisst, habe ich in den vergangenen Monaten dem Unwesen der Landesherren gewaltig Einhalt geboten. Nur die Burgen vom Schoeneflieth in Greven und vom Freigrafen von Nienborg sind noch nicht zerstört."

"Dafür sind wir, ich und meine Mitbrüder im Kloster Ihnen sehr dankbar. Habt Ihr doch durch Euer scharfes Vorgehen dem Bestand der klösterlichen Besitzungen unsagbare Dienste erwiesen. Wenn ich allein an die Einnahmen von Höfen und aus Wäldern denke. Dafür, das wisst Ihr, haben wir uns auch schon sehr herzlich bedankt."

"Das weiß ich doch, lieber Abt. Und ich bin auch sehr dankbar für die freundliche Unterstützung, auch gegenüber dem Domkapitel. Diese Herren muss man immer wieder in ihrem Drang nach Macht stutzen. Dafür gilt Ihnen mein Dank, was ich durch meine kleine Arbeit an den Unruhestiftern im Bistum schon umgesetzt habe."

"In welcher Angelegenheit habt Ihr mich denn hierher bestellt?", möchte der Abt wissen.

"Ja, genau, ich bin vom Wesentlichen abgeschweift. Wir müssen genauer darüber nachdenken, wie wir nach dem Waffengang die erneut errungenen Rechte und Ansprüche der Kirche ein für alle Mal sichern. Es darf kein gottloser Kaiser oder Fürst unser Mutter Kirche die Besitzungen streitig machen. Deshalb haben wir uns eine Regelung zu überlegen, auf welchem Wege wir diese Rechte schützen."

"Ihr werdet, wie ich Euch verstanden habe, den Burgen in Greven und der des Freigrafen den Gar aus machen. Das ist sehr gut, ein gottgefälliges Werk für die Mutter Kirche und auch für mein Kloster. Wann soll es denn soweit sein?"
Der Bischof überlegt und schaut in Gedanken den Abt an, so als wolle er überlegen, mit wem er es da zu tun hat.
"Das wird sich finden, wenn der Winter oder das Frühjahr nicht mehr so streng sind. Nein lasst uns über die Zukunft unserer Besitzrechte sprechen. Eine gute Möglichkeit diese zu sichern sind Erklärungen der Landesherren, die ihre Unterwerfung unter die kirchliche Herrschaft im Bistum belegen. An diesem Text lasse ich schon arbeiten. Ich möchte aber mehr haben. Etwas das dauerhafter ist. Etwas mit Geschichte und Perspektive."

"Ihr wisst, dass im Scriptorium meines Klosters viele alte Bücher liegen. Darin sind Berichte und Lebensbeschreibungen über Herrscher und ihre Taten zu lesen. Ich werde diese Bücher durcharbeiten und überlegen, was daraus für unsere Sache genommen werden kann", bietet der Abt an.

Der Bischof schaut auf. "Ihr meint, einen Heiligen, eine Geschichte von einem weisen Kirchenmann, der mit unserem Bistum zu tun hat? Daran habe ich auch schon gedacht, aber so recht ist mir da nichts eingefallen. Wenn ihr mal nachschauen könntet, unter den Büchern in Eurer Bibliothek, dann wäre es nicht zu Eurem Nachteil."
"Ich sehe es als ehrenvolle Aufgabe an mich für die Sicherung der Besitzstände des Doms einzusetzen."
"Lieber Abt, dann schaut nach und gebt mir Bescheid, wenn Ihr etwas entdeckt habt, was unser beider Interessen dienlich sein kann. Dank euch dafür und geht mit Gott."

"Ich werde den ehrenwerten Altabt Matthäus mit dieser wichtigen Arbeit betrauen. Er ist der Richtige in dieser Sache. Er kennt die Bücher im Archiv, er kennt das Kloster und viele Freunde und Gelehrte."

Das ist eine gute Idee. Der Altabt wird bestimmt nichts machen, was der Mutter Kirche abträglich ist."

Mit diesen Worten ist der Abt entlassen und der Bischof wendet sich anderen Tätigkeiten zu.
Nachdem der Abt die Tür hinter sich geschlossen hat, grummelt er sich in den Bart: "Für den Herrn die heißen Eisen aus dem Feuer darf ich holen, beim Essen bin ich aber nicht fein genug. Na, dann werde ich mal sehen, wie ich mich bedanken kann."
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